Häufig nachgefragte Themen - Die wichtigsten Stichworte der Sozialversicherung kurz erklärt

Uns erreichen immer wieder Nachfragen nach bestimmten Begriffen in der Sozialversicherung. In diesem Glossar finden Sie auf einen Blick die wichtigsten - von AAG bis Übergangsbereich.

Was ist eigentlich?

AAG (Aufwendungsausgleichsgesetz)

Siehe Umlageversicherung.

Beiträge / Beitragssätze

Die Sozialversicherungsträger finanzieren sich hauptsächlich aus Beiträgen, die prozentual vom Arbeitsentgelt der Beschäftigten erhoben werden. Getragen werden diese vom Arbeitnehmer, als auch vom Arbeitgeber. Der Beitragssatz zur Krankenversicherung setzt sich aus einem "Allgemeinen Beitragssatz" und einem "Individuellen Beitragssatz" zusammen. Der Allgemeine Beitragssatz ist für alle Krankenkassen gleich, wohingegen sich der Individuelle Beitragssatz von Krankenkasse zu Krankenkasse unterscheidet.
Beitragssätze in der Sozialversicherung

Betriebsnummer

Die Betriebsnummer ist das zentrale Identifikations-Merkmal eines Arbeitgebers in der Sozialversicherung. Bei allen Vorgängen, an denen der Arbeitgeber beteiligt ist, ist stets diese Nummer anzugeben. Vergeben und verwaltet wird die Betriebsnummer von der Bundesagentur für Arbeit

DEÜV Meldungen

Mittels DEÜV-Meldungen (oder auch "Meldung zur Sozialversicherung" genannt) informiert ein Arbeitgeber die Sozialversicherungsträger fortlaufend über das Bestehen eines Beschäftigungsverhältnisses in seinem Betrieb. Inhalt der Meldungen sind zum Beispiel der Beginn, das Ende oder auch das Arbeitsentgelt aus der Beschäftigung. Die Meldungen sind - ausschließlich elektronisch - an die Krankenkasse des Beschäftigten zu senden. Diese leitet die Informationen an die beteiligten Sozialversicherungsträger weiter. Die Übermittlung kann einfach per sv.net oder das eigene Lohnabrechnungsprogramm erfolgen.

Erstattungsantrag

Aufgrund unterschiedlicher Situationen kann es vorkommen, dass Beschäftigte zu viel Sozialversicherungsbeiträge gezahlt haben. Normalerweise nimmt der Arbeitgeber eine Korrektur mit der laufende Lohnabrechnung vor, so dass die Überzahlung im Folgemonat ausgeglichen wird. Dies darf jedoch nur für maximal 6 Monate rückwirkend vorgenommen werden. Sind Beiträge für einen weiter zurückliegenden Zeitraum betroffen, muss ein schriftlicher Erstattungsantrag bei der Krankenkasse gestellt werden.
Das Antragsformular finden Sie hier

Bitte fügen Sie dem Antrag die erstattungsbegründenden Unterlagen bei. Sofern sich die Erstattung aus einer Betriebsprüfung der Rentenversicherung ergibt, benötigen wir keine weiteren Unterlagen. Der ausgefüllte Erstattungsantrag ist in diesen Fällen ausreichend.

Gleitzone

Die Gleitzone war bis zum 30.06.2019 der "Vorgänger" des Übergangsbereichs. Sie galt für ein Arbeitsentgelt von 450,01 Euro bis 850,00 Euro. Beiträge, die von einem Arbeitsentgelt in diesem Bereich berechnet wurden, waren nicht nach den "normalen" Regelungen zu ermitteln, sondern nach einem besonderen Verfahren. Dieses sorgte für eine Verringerung der Arbeitnehmeranteile, so dass der Beschäftigte weniger Sozialversicherungsbeiträge bezahlen musste. Dies hatte allerdings negative Auswirkungen auf die spätere Rentenberechnung, da weniger Rentenbeiträge gezahlt wurden. Die Beiträge des Arbeitgebers blieben davon unberührt. Deren Höhe wurde durch ein Arbeitsentgelt im oben genannten Bereich nicht verändert.

Kontoauszug

Benötigen Sie einen Kontoauszug von Ihrem Beitragskonto, melden Sie sich gern bei uns per E-Mail, Post oder Telefon.

Lohnfortzahlungserstattungen

Siehe Umlageversicherung.

Mitgliedsbescheinigungen

Benötigen Sie eine Mitgliedsbescheinigung der BKK VBU, z.B. zur Vorlage beim Arzt oder bei Ihrem neuen Arbeitgeber, melden Sie sich gern bei uns per E-Mail, Post oder Telefon.

SV-Nummer

Die SV-Nummer (auch Rentenversicherungsnummer oder Sozialversicherungsnummer genannt) wird von der Deutschen Rentenversicherung vergeben. Sie ist das Identifikations-Merkmal einer Person bei der Rentenversicherung, wird aber auch von den anderen Sozialversicherungsträgern genutzt. Die Beantragung erfolgt über das Lohnprogramm des Arbeitgebers. Dieser schickt eine DEÜV-Meldung an die Krankenkasse und von dort werden die Daten an den Rentenversicherungsträger weitergeleitet. Der Rententräger vergibt anschließend die SV-Nummer und sendet diese (über die Krankenkasse) an den Arbeitgeber zurück. Die SV-Nummer kann nun im Lohnprogramm eingesehen/abgerufen werden.

Umlageversicherung

Nach dem Lohnfortzahlungsgesetz (LFZG) oder Mutterschutzgesetz (MuSchG) sind Arbeitgeber verpflichtet, ihren Mitarbeitenden im Falle von Krankheit oder Mutterschaft den Lohn fortzuzahlen. Die Aufwendungen dieser Lohnfortzahlung können sich die Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen ganz oder teilweise von der Krankenkasse des Mitarbeitenden erstatten lassen. Die Finanzierung dieses Erstattungsverfahrens erfolgt nicht über die "normalen" Krankenversicherungsbeiträge, sondern über ein gesondertes Umlageverfahren.

Daher zahlen alle Arbeitgeber, die die Voraussetzungen erfüllen, hierfür die Umlage U1 (Lohnfortzahlung im Krankheitsfall) und Umlage U2 (Lohnfortzahlung im Mutterschaftsfall). Gesetzlich geregelt ist dies im Aufwendungsausgleichsgesetz (AAG).

Weitere Informationen zur Umlageversicherung der BKK VBU.

Unbedenklichkeitsbescheinigung

Oftmals benötigen Arbeitgeber für den Zuschlag von Aufträgen eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der Krankenkasse, die dem Auftraggeber vorgelegt werden muss. Häufig wird diese von öffentlichen Stellen gefordert. Mit einer Unbedenklichkeitsbescheinigung weist die Krankenkasse nach, wie viele Beschäftigte eines Arbeitgebers bei dieser versichert sind und ob der Arbeitgeber seinen Zahlungsverpflichtungen nachgekommen ist. Gesetzlich geregelt ist dies in § 28e Abs. 3f SGB IV. Benötigen Sie eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, melden Sie sich gern bei uns per E-Mail, Post oder Telefon.

Übergangsbereich

Der Übergangsbereich beschreibt seit dem 01.07.2019 ein Arbeitsentgelt von 450,01 Euro bis 1.300,00 Euro. Beiträge, die von einem Arbeitsentgelt in diesem Bereich berechnet werden, sind nicht nach den "normalen" Regelungen zu ermitteln, sondern nach einem besonderen Verfahren. Dieses sorgt für eine Verringerung der Arbeitnehmeranteile, so dass der Beschäftigte weniger Sozialversicherungsbeiträge bezahlen muss. Dies hat keine Auswirkungen auf die spätere Rentenberechnung, da die Reduzierung der Beiträge im Übergangsbereich nicht berücksichtigt wird. Die Beiträge des Arbeitgebers bleiben davon unberührt. Deren Höhe wird durch ein Arbeitsentgelt im oben genannten Bereich nicht verändert.

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