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Mitarbeiterführung

Das Mitarbeitergespräch gilt bei vielen Vorgesetzten als lästige Pflichtübung – wenn es überhaupt stattfindet. Dabei sind die Gespräche eine gute Chance, die Arbeitszufriedenheit zu verbessern und verborgene Potenziale zu heben. Häufig kommen Themen auf den Tisch, die im normalen Betrieb untergehen. Wie so oft im Leben gilt: Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Wir zeigen, was Sie beachten sollten.

"Zwischen Mitarbeiter und Chef gilt das Gleiche wie in einer Paarbeziehung: Hegen und pflegen Sie das Miteinander das ganze Jahr über und am Jahrestag – dem Mitarbeitergespräch – schauen Sie zurück", erklärt Nadja Raslan, die Vorgesetzte vom Kleinstbetrieb bis zum DAX-Konzern bei Fragen rund um Mitarbeiterführung berät und trainiert. Die Expertin empfiehlt, die Gespräche halbjährlich anzusetzen.

Zusammen machen Chef und Mitarbeiter eine Standortanalyse und loten Entwicklungsmöglichkeiten aus. Wo liegen die Stärken des Kollegen und wie kann er sie am besten einsetzen? "Mitarbeitergespräche dienen dazu, Personal zu binden und die Beziehung zu pflegen. Es geht ums große Ganze. Keinesfalls sollte Kritik wie bei einer Rabattkarte gesammelt werden und dann beim Jahresgespräch vorgetragen werden. Kritik muss immer zeitnah auf den Tisch."

Abbildung von Nadja Raslan, Trainerin für Systematische Mitarbeiterführung

Mein Tipp: dreimal loben, einmal kritisieren

Nadja Raslan, Trainerin für Systematische Mitarbeiterentwicklung

Ein ausführliches Feedback gehört zum Mitarbeitergespräch: Qualität der Arbeitsergebnisse, Prioritätensetzung, Termintreue und Motivation sollen auf den Prüfstand. Auf der Agenda stehen außerdem Themen wie Kommunikation, Zusammenarbeit und Kundenorientierung, aber auch Vergütung und Fortbildungswünsche bzw. -bedarfe.

"Am allerwichtigsten ist es aber, zuzuhören", erklärt Nadja Raslan. "Immer wieder erlebe ich, dass der Chef monologisiert und die Mitarbeiter gar nicht fragt, wie es ihnen geht. Häufig vergessen Chefs auch zu loben. Mein Tipp: dreimal loben, einmal kritisieren." Ein gutes Werkzeug ist ein Gesprächsleitfaden, der zur Vorbereitung auf beiden Seiten des Schreibtischs zur Verfügung steht. An dem können Sie sich im Gespräch entlang hangeln, individuelle Themen lassen sich je nach Betrieb ergänzen.

Mitarbeitergespräche: Fragen

  • Wie kommen Sie mit Ihren Aufgaben zurecht?

  • Empfinden Sie die Arbeitszeit für Ihre Aufgaben als angemessen?

  • Wie beurteilen Sie die Kommunikation im Team?

  • Was macht Ihnen bei Ihrer Arbeit Freude?

  • Wo sehen Sie Schwierigkeiten?

  • Wie kann ich Sie als Vorgesetzter unterstützen?

  • In welchen Bereichen möchten Sie sich weiterentwickeln?

  • Wie kann ich Ihre Entwicklung fördern?

  • Fühlen Sie sich wohl im Team?

  • Gibt es Dinge, die Sie sich von mir als Ihrem Vorgesetzten wünschen?

Chef führt mit Mitarbeiterin ein Gespräch

Definieren Sie mit dem Mitarbeiter gemeinsam realistische Ziele und halten Sie die Vereinbarungen schriftlich fest. Bei Themen wie Arbeitsorganisation oder Präsentationstechnik können Fortbildungen helfen. Wenn bei langjährigen Mitarbeitern die Motivation verloren gegangen ist, überlegen Sie zusammen, wie sich der Aufgabenzuschnitt verändern lässt. Wie kleinteilig Ziele fixiert werden, sollten Sie individuell festlegen. Für den einen Kollegen müssen alle Meilensteine ins Protokoll, bei einem anderen reicht es, die grobe Richtung festzulegen. Die Zielvereinbarungen sind Gesprächsgrundlage für das nächste Mitarbeitergespräch. Führungskräfte sollten die Themen im Hinterkopf haben und zwischendurch immer mal wieder Feedback geben. Wie oft, hängt auch mit betrieblichen Abläufen zusammen. Schließlich müssen die Mitarbeiter auch den Umsatz generieren.

Manch Vorgesetzter kennt den Gesellen oder seine Buchhalterin seit vielen Jahren und fragt sich, warum solche Gespräche notwendig sind. Nadja Raslan sagt: "Gerade wenn der Chef sein Team jahrelang kennt, geht er oft mit einem vorgefertigten Bild in das Gespräch. Wir alle neigen zu Bewertungen, das ist ganz menschlich. Es ist aber hilfreich, sich bewusst zu machen, welches Bild ich von einem Mitarbeiter habe. Insgesamt halte ich Selbstreflexion für eine der wichtigsten Eigenschaften einer Führungskraft."

Mitarbeitergespräche signalisieren Wertschätzung

In vielen Unternehmen gelten die Gespräche als Zeiträuber und werden deshalb gern auf die lange Bank geschoben oder gar nicht erst angesetzt. Ein Fehler. Mitarbeitergespräche kosten zwar Zeit, aber der Aufwand lohnt sich. Verschiedene Studien belegen, dass regelmäßige Mitarbeitergespräche die Arbeitszufriedenheit signifikant erhöhen. Die Gespräche vermitteln in erster Linie Wertschätzung und die ist unbezahlbar – gerade wenn es darum geht, gute Mitarbeiter zu halten.

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