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Nerven behalten - Wie komme ich als Führungskraft durch die Krise?

Unsichere Zukunftsperspektiven, tröpfelnde Wirtschaftshilfen, steigende Infektionszahlen: Manch Unternehmer kann bei der Nachrichtenlage kaum noch schlafen. Wie Sie kühlen Kopf bewahren, erklärt Psychologe Oliver Meltz von der ias-Gruppe, einem Dienstleister für Gesundheit am Arbeitsplatz.

Bild von Oliver Meltz

Denn nur wer sein Stresslevel unter Kontrolle hat, kann auch gute Entscheidungen treffen.

Oliver Meltz, Psychologe

Herr Meltz, das Stresslevel ist in vielen Betrieben enorm. Was empfehlen Sie?

Wenn die gewohnten Routinen nicht mehr greifen, kommen wir unter Stress und der erschwert gute Entscheidungen. Unternehmer sollten zunächst versuchen ihr enormes Stresslevel in den Griff zu kriegen, damit sie wieder rational agieren können.

Leicht gesagt, aber wie klappt das?

Das klingt jetzt erst einmal banal. Aber wir wissen aus der Forschung, dass Stresshormone effektiv mit Sport und ausreichend Schlaf abgebaut werden. Gerade in der Krise tun sich Menschen aber schwer, sich selbst Gutes zu tun. Viele Menschen neigen dann dazu, sich die Nächte um die Ohren zu schlagen.

Die Zukunft fühlt sich wie eine Gleichung mit viel zu vielen Unbekannten an. Wie finden Führungskräfte und Vorgesetzte einen Umgang mit der großen Unsicherheit?

Es ist jetzt die Zeit, die Ansprüche an sich selbst herunterzuschrauben. Wir sind gerade bei vielen Fragen einfach machtlos und können nur in einem kleineren Rahmen agieren. Meine Empfehlung ist, mit Szenarien zu arbeiten. Schreiben Sie auf, was im besten Fall passiert: die Corona-Unterstützung kommt morgen in ausreichender Höhe auf das Konto, mein Laden kann nächste Woche ohne Einschränkungen wieder öffnen, das Hygienekonzept steht und die Kunden kommen wieder.

Und was passiert im schlechtesten Fall? Schreiben Sie alle Varianten auf und überlegen Sie, was Sie im jeweiligen Fall tun können. So entstehen wieder Handlungsspielräume.

Auch wenn wir momentan in einer Ausnahmesituation stecken: Krisen gibt es immer wieder. Was können Führungskräfte für die nächste schwierige Situation lernen?

Oft schauen wir nicht zurück, wenn eine Krise vorbei ist. Dabei ist es klug, diese Zeit zu reflektieren. Was hat mir geholfen? Wer Probleme hat, sein Stresslevel in den Griff zu kriegen, kann sich Techniken wie Atemübungen oder progressive Muskelentspannung aneignen. Das sind sehr gute Tools zum Entspannen. Und wenn die nächste Krise kommt, haben Sie einen größeren Hebel in der Hand, um Ruhe zu finden.

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